Ahnenarbeit entmystifiziert: Die sieben größten Irrtümer

Lesezeit: ~3 Minuten

Für manche klingt es nach Stammbaum-Erstellen, für andere nach spiritueller Praxis, für wieder andere nach Magie. Mit wachsendem Interesse an der Ahnenarbeit kommen auch immer mehr Missverständnisse und Mythen zu Tage.

Vielleicht hast Du Dich auch schon einmal gefragt, ob man für die Verbindung mit den Ahnen diese kennen muss. Oder ob nur bestimmte Menschen Zugang zu ihren Ahnen haben. In diesem Artikel schauen wir uns die sieben größten Irrtümer an und schaffen Klarheit.

Mythos 1: Ahnenarbeit bedeutet „mit Geistern zu sprechen“

Je nachdem, wie man Ahnenarbeit definiert, kann es tatsächlich um die Kontaktaufnahme mit den eigenen Ahnen gehen. Oder – im engeren, therapeutischen Sinne – mit der Auseinandersetzung mit familiären Mustern, Traumata und Verstrickungen.

Was unter Ahnenarbeit eher nicht verstanden wird, ist eine Sitzung mit einem Medium. Dies würde man eher als Jenseitskontakt oder spiritistische Sitzung bezeichnen.

So wie ich Ahnenarbeit verstehe, ist sie in erster Linie eine innere Reise. Es geht darum, einen Raum des Erinnerns zu öffnen, in dem wir uns wieder mit unseren Vorfahren verbinden können. Und der/die Practitioner für Ahnenarbeit unterstützt dieses Raumöffnen und hält den Raum, während der/die Reisende wahrnimmt und wiedergibt, was sich zeigt.

Mythos 2: Nur wer seine Ahnen kennt, kann Ahnenarbeit machen

Natürlich ist es hilfreich, die eigene Familiengeschichte zu kennen. Aber auch Menschen, die adoptiert wurden oder deren familiäre Wurzeln unklar sind, können sich mit ihren Ahnen verbinden. Denn es geht hauptsächlich um energetische und emotionale Spuren, die in uns wirken. Die Arbeit beginnt dort, wo wir bereit sind, hinzuschauen – unabhängig davon, wie viel wir über unsere Herkunft wissen.

Mythos 3: Es geht nur um die Blutlinie

Viele glauben, Ahnenarbeit beziehe sich ausschließlich auf die biologische Familie. Doch auch Wahlfamilienmitglieder, Mentoren, kulturelle oder spirituelle Ahnen können eine Rolle spielen. Und die Liste endet selbst hier nicht. Ahnenarbeit darf weit gedacht werden.

Mythos 4: Ahnenarbeit beschäftigt sich mit der Vergangenheit

Dies ist zwar nicht falsch, … und nur ein Teil der Wahrheit. Denn wer sich mit seinen Ahnen beschäftigt, tut dies oft mit dem Ziel, sich freier und bewusster in der Gegenwart und der Zukunft zu bewegen. Indem wir erkennen, welche Verhaltensmuster, Glaubenssätze, Ängste oder Sehnsüchte wir übernommen haben, können wir sie würdigen und sie – wenn nicht mehr dienlich - loslassen. Ahnenarbeit ist somit ein „Blick“ in die Vergangenheit sowie ein Akt der Befreiung und der Selbstermächtigung für die Gegenwart und die Zukunft.

Mythos 5: Ahnenarbeit ist esoterisch und irrational

Moderne Ahnenarbeit basiert zunehmend auf Erkenntnissen aus Psychologie, Trauma Forschung und Epigenetik. Sie ist kein „abgehobenes“ Konzept, sondern eine Möglichkeit die transgenerationale Weitergabe von Traumata, Mustern und Ressourcen zu erkennen und das, was nicht mehr dienlich ist, zu transformieren – auf ganz praktische Weise.

Mythos 6: Man muss spirituell sein, um Ahnenarbeit machen zu können

Auch Menschen mit einem rationalen oder wissenschaftlichen Zugang profitieren von Ahnenarbeit. Wer sich auf Ahnenarbeit einlässt, begegnet und verbindet sich nicht nur mehr mit seiner Familie, sondern vor allem auch mit sich selbst. Es ist ein Weg der Klärung, des Loslassens und der inneren Stärkung. Und wie bei jedem inneren Prozess gilt: Es gibt nicht den einen „richtigen“ Weg – sondern viele individuelle Pfade.

Mythos 7: Die Ahnenarbeit ist zu Ende, wenn alle Ahnenthemen geklärt sind

Ahnenarbeit ist ein dauerhafter Prozess – wie Lernen. Neue Lebensphasen, neue Erlebnisse, neue Erkenntnisse können alte Themen anders beleuchten und auch neue Themen ans Licht bringen. Ahnenarbeit hat daher kein Ende. Sie ist wie ein innerer Dialog, der sich mit uns weiterentwickelt und mal häufiger, mal seltener stattfinden kann.

Fazit

Ahnenarbeit ist weit mehr als eine spirituelle Praxis. Sie ist ein vielschichtiger, individueller Prozess, der uns einlädt, familiäre oder kollektive Muster zu erkennen und uns selbst darin neu zu verwurzeln. Ob mit oder ohne detailliertes Wissen über die eigene Herkunft: Der Weg beginnt dort, wo wir bereit sind, hinzuschauen.

Weiter
Weiter

Warum Ahnenarbeit wieder an Bedeutung gewinnt